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Die Anhängekupplung – das ungedämpfte Bindeglied?

Redaktioneller Beitrag für KFZ-Anzeiger 11 vom 12. Juni 2014

Hydraulische 3-Funktions-HUNGER Anhängerkupplung

Im Straßenverkehr werden Gliederzüge standardmäßig mit Bolzenkupplungen ausgeliefert. In ihrer einfachsten Ausprägung besitzen diese starr mit dem Schlussquerträger des Zugfahrzugs verbundene Zuggabeln und einen mittels Handhebel zu betätigenden Öffnungsmechanismus.
Grundsätzlich unterliegen Anhängerkupplungen, wie andere kraftübertragende Verbindungen auch, einem durch Bewegung induzierten Verschleiß. Wenngleich die Verschleißgrenzen definiert und der Austausch der Verschleißteile gängige Praxis sind, lohnt sich eine genauere Betrachtung dessen, was passiert, bis die Verschleißgrenzen erreicht sind. Von besonderer Bedeutung sind der Verschleiß zwischen Zugöse und dem Kupplungsbolzen sowie derjenige innerhalb der Kinematik des Öffnungsmechanismus. Letzterer resultiert in einem schwergängigen Öffnen der Kupplung. Als Folge des Verschleißes zwischen Zugöse und Kupplungsbolzen entsteht Spiel zwischen den Komponenten, das zu störenden Stößen zwischen Bolzen und Öse beziehungsweise zwischen Zugfahrzeug und Anhänger führt. Dieser Impuls überträgt sich auf das gesamte Fahrzeug und erzeugt auch an anderen Bauteilen Verschleiß und vorzeitige Alterung. Ursächlich für den Verschleiß sind vornehmlich Stoßbewegungen, die beispielsweise durch die Kräfte beim Bremsen in der Verbindung zwischen Zugfahrzeug und Anhänger entstehen, aber auch durch Schwingungen, die auf die Bolzenkupplung übertragen werden. Das Schwingungssystem "Gliederzug" besteht aus vielen Massen, Federn und Dämpfern und ist komplex. Hinzu kommen Einflussfaktoren wie Beschaffenheit des Ladeguts, Fahrbahnzustand, aber auch die betrachteten Relativbewegungen zwischen Deichselöse und Kupplungsbolzen. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass sich die unterschiedlichen Erregerfrequenzen während des Fahrbetriebs sehr
stark ändern. Während gegen die Übertragung von Schwingungen von der Straße auf das Fahrzeuggestell im Laufe des technischen Fortschritts hinreichende Dämpfungssysteme entwickelt wurden, fahren noch heute die meisten Gliederzüge mit Spiel zwischen Zugöse und Bolzen und ohne Dämpfung zur Aufnahme der in Wagenlängsachse wirkenden Kräfte.  
Eine perfekte Verbindung sieht anders aus! Sie sollte das Spiel zwischen Zugöse und Kupplungsbolzen eliminieren und zudem die Kräfte zwischen Zugfahrzeug und Anhänger dämpfen. Eine von Hunger Automotive entwickelte Anhängerkupplung bietet genau diese Eigenschaften und unterscheidet sich daher von Standardverbindungseinrichtungen für Nutzfahrzeuge. Die technische Lösung beruht auf einem hydraulischen System, das vergleichbar mit einem Stoßdämpfer eine Anfahr- und Auffahrdämpfung ermöglicht. Der hierzu erforderliche Spielausgleich wird bei dem vollautomatischen Einkuppelvorgang ausgelöst. Dabei legt sich der Spielausgleichsbolzen selbstregulierend an die Zugöse an. Stöße, die aus dem Spiel zwischen Kupplungsbolzen und Zugöse resultieren, werden dadurch unterbunden. Die Kombination aus Spielfreiheit und Dämpfung schont Fahrer, Fahrzeug und Ladegut, indem die Schwingungssysteme Zugfahrzeug und Anhänger entkoppelt werden. Der Fahrer empfindet kein störendes Spiel. Zusätzlich fühlt sich die Kupplung nach Aussagen aus der Fahrerpraxis auch nach langer Einsatzzeit "... weich an wie am ersten Tag". Manch ein Fahrer möchte die vollhydraulische Anhängerkupplung "... nicht mehr missen!".  
Die Bedienung erfolgt ebenfalls hydraulisch über eine Pumpeneinheit, die mittels Handhebel betätigt wird. Anstelle eines einmaligen Umlegens des Handhebels, das bei Standardverbindungen teilweise nur mit hohem Kraftaufwand zu bewerkstelligen ist, erfolgt das Öffnen des Kupplungsbolzens mit mehreren leichtgängigen Pumpbewegungen. Insbesondere, wenn der Anhänger leicht schräg oder - was häufig der Fall ist - etwas unter Last steht, ist dieses Öffnungsprinzip vorteilhaft.
Die in Baugruppen konzipierte Anhängerkupplung ist modular aufgebaut und leicht zu einem sensorüberwachten fernbedienbaren Kupplungssystem aufrüstbar. Der hydraulische Öffnungsmechanismus kann dabei durch eine kleine externe Pumpeneinheit versorgt werden. Diese Pumpeneinheit kann zudem frei am Fahrzeug platziert werden. Durch Verbindung der Anhängerkupplung mit der Pumpeneinheit mittels zweier Hydraulikschläuche entsteht eine autarke Fernbedienung, ohne dass in das Druckluftsystem des Zugfahrzeugs eingegriffen werden muss.  
Die von Hunger Automotive hergestellte Anhängerkupplung ist zurzeit als 50er-Bolzenkupplung mit ECE Genehmigung Nr. 55 R - 012309 lieferbar. Sie hat einen D-Wert von 285 kN mit D C  = 140 kN und Stützlasten bis 2500 kg. Eine 40er-Anhängerkupplung ist in Vorbereitung. Für diese ist die Markteinführung noch für Ende 2014 vorgesehen. Sie wird aus dem gleichen Baukasten aufgebaut und damit äußerst robust und langlebig gestaltet sein. Neben den Anhängerkupplungen hat Hunger Automotive Königszapfen, die kein Fett zur Schmierungen benötigen, im Programm. Diese sind die optimale Ergänzung zu Sattelkupplungen mit Gleitbelag diverser Hersteller. Durch die Kombination mit dem schmierfreien Königszapfen kann folglich ein Kupplungssystem aufgebaut werden, welches gänzlich ohne zusätzliche Schmierstoffe auskommt.
Für Klein-Nutzfahrzeuge bis 3 to Sattellast (D-Wert 26 kN) bietet Hunger Automotive die einzige Alu-Sattelkupplung in diesem Segment, die außerdem mit einem besonderen von Firma Hunger Automotive entwickeltem Gleitbelag ausgestattet ist. Die Hunger Alu-Sattelkupplung SAK 30 ist die leichteste auf dem Markt verfügbare Sattelkupplung für Klein-Nutzfahrzeuge und somit ein weiterer Beleg für die Innovationsstärke der Kupplungstechnologie aus Sachsen. 

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